…und diese Mannschaft lasst ihr im Stich?


auch nach der Niederlage demonstrierte die Mannschaft ihre Geschlossenheit
Foto: Brigitte Holtgreve

Sie haben gekämpft wie nie zuvor und trotzdem reichte es am Ende doch nicht. Es ist schon mehr als zum Verzweifeln, dass die Mannschaft alles tut, aufopferungsvoll bis zum Umfallen auf der Platte steht aber auf der anderen Seite keinen Rückhalt bekommt.

War es das jetzt, haben sie umsonst gekämpft? Es hatte wahrscheinlich zuhause kaum einer diese Moral in der Truppe erwartet. Aber was wir einsamen drei Fans auf der Tribüne geboten bekamen, war schon sensationell. Gleich von Anfang an gab die Mannschaft Gas und überrollte damit eine überforderte Balinger Mannschaft, deren Plus ein gut aufgelegter Torhüter Christian Ramota war. Hinzu kam eine dicht besetzte Bank und als Unterstützung voll motivierte Zuschauer, die die Halle bis auf den letzten Platz füllten,

So saßen wir einsam und verlassen aber nicht ungehört mit unseren zwei Trommeln mitten im Hexenkessel und konnten nur staunen, welche Kraft und Motivation die Tusem-Mannschaft aufbrachte. Aber die Führung von zeitweise 6 Toren lag nicht nur daran. Diese Mannschaft zeigte ein technisch gutes Spiel, eine hervorragende mannschaftliche Geschlossenheit und auch wenn ich mich hier wiederhole: sie kämpften bis zum Schluss.

Natürlich ließen  im Laufe der zweiten Halbzeit die Kräfte nach und Balingen konnte erstmalig in Führung gehen und diese auf drei Tore Vorsprung ausbauen. Trotzdem gab die Mannschaft von Kristof Szargeij nicht auf, so dass sich Balingen über den Sieg mit 1 Tor Unterschied freuen konnte.

Patrick Wienczek zeigt wie alle anderen eine Super-Leistung

Foto: Brigitte Holtgreve

Eigentlich sollte man niemanden extra hervorheben. Alle brachten (und hier wiederhole ich mich eben noch einmal) eine wahnsinnige Leistung. Als ein Beispiel für die Moral der Truppe ist aber Patrick Wienczek zu nennen. Als Nachwuchs gekommen, um für die Zukunft aufgebaut zu werden, muß auch er jetzt voll durchspielen und strafte all die Kritiker Lügen, die meinten, dass er doch für die 1. Liga noch nicht geeignet sei.

Insgesamt gesehen ein mehr als spannendes Spiel mit einer Balinger Mannschaft, deren Glück es auch war, dass Tusem weite Strecken in Unterzahl spielen mußte, dem Schiedsrichtergespann Methe, dass eine gute Leistung brachte, auch wenn die Balinger Zuschauer da anderer Meinung waren, lauter netten Leuten, die uns und dem Tusem alles Gute wünschten und einer Mannschaft, die nicht verdient hat, was mit ihr passiert.

Man kann nur hoffen, dass es die Verantwortlichen geregelt kriegen, ihre schlechtes Wirtschaften wenigstens so weit wieder gutzumachen, dass sie das fehlende Geld auftreiben und dafür Sorge tragen, dass diese Saison in der 1. Liga zu Ende gespielt werden kann.

Man kann nur wünschen, dass die Fans begreifen, dass es nicht reicht sich mit 10,-- € Spende frei zu kaufen. Ganz abgesehen davon, dass man dafür noch mindestens 20.000 Gesinnungsgenossen benötigt. Geholfen hätte es heute, wenn ein richtiger Essener Fan-Block die Mannschaft unterstützt hätte. Wenn es weitergehen soll, dann werden auch wieder die Fans gebraucht, die auch die weiten Strecken auf sich nehmen, um der Mannschaft zu helfen, selbst wenn es nur eine kleine moralische Unterstützung ist.

Bleibt zum Schluss noch das Dankeschön an alle, die der Mannschaft und uns nach dem Spiel alles Gute wünschten. Selbst spät am Abend beim Italiener gab es mit Gästen und Balinger Spielern noch eingehende Gespräche wie es den nun mit Tusem weitergeht. Wenn es nach Ihnen geht, sehen wir uns im nächsten Jahr wieder und dass in der 1. Liga. Aber diese Hoffnung ist in Essen wohl bereits auf dem Nullpunkt angekommen, denn obwohl diese Mannschaft es tatsächlich noch sportlich schaffen könnte, wer hat das Geld dafür?

Verfasser: B.Holtgreve