Saison 2008/2009


Geschafft! Das war Samstagnachmittag der Kommentar vieler Fans nachdem das Spiel in Dormagen abgepfiffen war. Zum letzten Spiel in der ersten Bundesliga fuhr noch einmal ein Fanbus und all die Fans, die eine Saison lang auch bei den Auswärtsspielen immer wieder sich bemüht hatten, die Mannschaft zu unterstützen, taten es auch diesmal so lautstark, dass selbst die Dormagener Fans nach dem Spiel den Essenern Bewunderung für die tolle Unterstützung aussprachen.

Aber es geschah auch für eine Mannschaft, die es wirklich verdient hat. Da beißt keine Maus den Faden ab und da kann man auch nicht die Kritiker gelten lassen, die meinten, dass TUSEM nicht in Liga 1 spielen darf, das die Spieler nicht erstligafähig seien und dass es eine Wettbewerbsverzerrung sei, wenn TUSEM nach der eingetretenen Insolvenz weiterspielen dürfte.

Als erstes ist es einfach nur bewundernswert wie es Kristof Szargiej geschafft hat, immer wieder eine Mannschaft aufzustellen, die die Zuschauer mit ihrer Einstellung begeisterte obwohl er im Laufe der Saison aus sage und schreibe 43 Spielern immer wieder ein neues Team formen musste. Und es war immer eine Mannschaft, die die Zuschauer begeisterte, denn das zeigen die unerwartet hohen Zuschauerzahlen Am Hallo.

Als zu Beginn des Jahres auch die letzten sogenannten Leistungsträger den Verein verließen und Kristof lediglich noch drei Spieler zur Verfügung hatte, tauchten dann plötzlich sechs Briten auf und nicht Wenige befürchteten, dass nun die Liga endgültig über uns lachen würde. Denn welcher Engländer kennt den Handball, geschweige denn, kann Handball spielen?

Aber innerhalb von ein paar Wochen lernten „unsere Briten“ so schnell und gut, dass sie richtig gut gegen Mannschaften antraten, die sie bis zu diesem Zeitpunkt einfach nur bewundert hatten.

Natürlich war es utopisch, mit englischen Lehrlingen, A-Jugendlichen und Verbandsligaspielern ernsthaft um Punkte zu spielen aber Kristof Szargiej schaffte es mit seinem Team mitzuhalten und bis auf das unglückliche Heimspiel gegen Stralsund, es keinem Gegner zu leicht zu machen.

Dafür gebührte ihnen immer wieder die Bewunderung der Fans auch wenn es oft für diese genauso quälend war wie für Mannschaft und Trainer, dass ein Sieg eigentlich nie in Sicht war. So geht eine Saison zu Ende, die man endlich geschafft hat, die aber auch dafür gesorgt hat, dass der englische Handball neue Freunde gefunden hat, so dass für die Fans auf der Rückfahrt von Dormagen eins klar war: 2012 geht es nach London und da gilt die Unterstützung nicht nur der deutschen Nationalmannschaft sondern auch „unserer“ britischen Nationalmannschaft.

Natürlich ist es noch weit hin aber es bleibt zu hoffen, dass die Boys aus good old England zwischenzeitlich Verträge in deutschen Ligen oder irgendwo in Europa bekommen, damit sie das hier Erlernte weiter ausbauen können. „Good luck“ we were glad to have you here.“

Für den TUSEM allerdings wird es jetzt ernst, denn eigentlich war dies eine „Probesaison“. Die neue Geschäftsführung hatte Gelegenheit , sich in einer Saison einzuüben, in der Siege oder Niederlagen keine Rolle mehr spielten. In der 2. Liga wird es jetzt ernst, denn natürlich erwartet man, dass TUSEM eines Tages wieder ganz oben mitspielt. Sicher wird das kurzfristig nicht der Fall sein. Aber mit Einführung der eingleisigen zweiten Liga kommt eine erste Hürde, die genommen werden muss.

Damit das klappt, brauchen natürlich unsere „Legenden“ Hecker und Szargiejjede auch nur irgendwie mögliche Unterstützung. Denn auch in ihren jetzigen Positionen stellen diese beiden für die Öffentlichkeit das dar, was sie Jahrzehnte als Spieler waren: Vorbilder, die die Menschen begeistern und überzeugen, die nie aufgeben und auch von ihren „Mitspielern“ vollen Einsatz verlangen. Hoffen wir, dass jetzt alle Mitspieler das richtige Ziel vor Augen haben und am Ende der Saison 2009/2010 wir wieder hoffnungsvoller in die Zukunft sehen können.

Schwer genug wird es werden, denn eine junge Mannschaft ist sicher nicht der schlechteste Schritt in die Zukunft aber ihre Unerfahrenheit wird es ihnen in der zweiten Liga nicht gerade leicht machen.

Aber bei all dem muss es natürlich auch finanziell besser werden und da sollten die Sponsoren bei Stefan Hecker Schlange stehen, damit es wieder aufwärts geht, denn ohne ihre Hilfe geht gar nichts insbesondere da die Mehreinnahmen durch die niedrigen Eintrittspreise sich durch die neuen ungünstigen Spieltermine wieder neutralisieren.

Verfasser: B.Holtgreve