Rule Britannia oder wie Melsungen zu seinem ersten Länderspiel kam


Ob sie das in Melsungen so ganz zu würdigen wissen, bleibt zu bezweifeln aber am Samstag geschah in der mehr zweckmässigen als schönen Messehalle in Kassel etwas, was sich auch dort wohl keiner zu träumen gewagt hätte. Fast zehn Minuten lang spielte der  Tabellenelfte der besten Liga der Welt gegen die Nationalspieler aus Großbritannien und im Gegensatz zu Melsungen, die zu diesem Zeitpunkt mit 12 Toren vor lagen, freuten sich darüber alle Essener Spieler und Fans. Das für uns in Kassel kein Blumentopf zu gewinnen war, stand schon vorher fest, denn mit Savas Karipidis haben die Hessen einen Spieler in ihren Reihen, der ein Spiel ganz allein entscheiden kann und es auch diesmal tat.

Für Essen zählen da in dieser Saison andere Kriterien als ein Sieg. Zum einen konnte man in diesem Spiel sich darüber freuen, dass Lars Krüger von unserer Verbandsligamannschaft in seinem ersten Bundesligaspiel einen Super-Einstand hatte und gleich drei Tore warf und zum anderen war schon bemerkenswert, dass sich unsere jungen Spieler in einer Halle, die aufgrund der schlechten Akustik einfach nur laut war, nicht beirren ließen und immer wieder sich gegen einen überlegenen Gegner aufrafften und versuchten, ihr Spiel zu machen. Alle Hochachtung!

But last but not least war da ja noch das Team aus England. Ein Dankeschön auch von den Fans, dass Kristof ihnen die Gelegenheit gab, einmal alle zusammen zu spielen und sie dankten es ihm mit einer sehr guten Leistung.  Das zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass in dieser Zeit die Tordifferenz der Melsunger nicht anstieg. Wenn das so weitergeht, dann sollte es nicht verwundern, wenn England 2012 bei der Olympiade es mindestens bis in die Hauptrunde schafft.

Bei schönem Wetter also eine gelungene Auswärtsfahrt verbunden mit einem Wiedersehen mit Julia, Igor und Daniel Sharnikau. Schön einmal wieder mit dieser sympathischen Familie über alte Zeiten und Zukunftsaussichten zu plaudern. Schade, dass hier dem TUSEM ein guter Spieler und zwei hervorragende Jugendtrainer verloren gegangen sind.

Schwierig wurde es am Ende dann noch als man sich wie üblich nach dem Spiel mit der Mannschaft am Bus treffen wollte. Da hatte dann der Aushilfs-Parkplatzwächter etwas dagegen. Da er für den Fall, dass 6 Essener Fans zumBus kommen, die Übersicht verlieren würde, mussten die Fans brav am Parkplatzrand stehen bleiben und die Spieler sich auf den Weg zu den Fans machen.

Aber alle sahen das mit Humor und waren sich einig: so etwas gibt es in Essen nicht. Dafür wollen wir uns am Schluss auch einmal ganz besonders bei unserem Ordnungsdienst bedanken. Zwar geschah es sicher auch aus finanziellen Gründen, dass der Ordnungsdienst in und um unsere Halle hauptsächlich von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern bestritten wird aber einerseits gebührt ihnen unser Dank dafür, dass sie ihre Freizeit dafür opfern und andererseits auch dafür, dass sie ein hervorragendes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Zuschauern und Fans beweisen.

Für Sicherheit und Ordnung wird immer gesorgt aber man hindert auch keine Fans daran, mit ihrer Mannschaft Kontakt aufzunehmen.

Verfasser: B.Holtgreve