Abgerechnet wird zum Schluss


Kapitän Evars Klesniks muss zu alter Leistung finden
Foto: Andreas Tesch

Man hatte sich etwas einfallen lassen, um rund um das Spiel den Aufenthalt in der Halle für die Fans interessanter zu gestalten. Poster mit den Spielerportraits schmückten die Halle und der wieder aufgelebte Fan-Talk erweist sich schon beim 2. Mal als großer Pluspunkt. Endlich stürmen die Zuschauer nach Spielende nicht gleich aus der Halle. Sicher kam es auch gerade nach dem verlorenen Spiel gestern gut an, dass sich einige Spieler nun nach jedem Spiel  den Fragen der Fans stellen.

Leider konnte das niemanden darüber trösten, das zwei sicher geglaubte Punkte verloren gingen. Nach dem tollen Spiel in Hamburg hatten wohl alle zu viel erwartet und auch die Mannschaft selbst war wohl erstaunt darüber, dass sie diese Leistung nicht wieder abrufen konnte. Insgesamt muss man leider sagen, es war ein schlechtes Spiel.

Aber woran lag es? Diesmal sicher nicht daran, dass nicht alle ihr Bestes versuchten. Nur blieb es bei dem Versuch, kaum einer schaffte wirklich seine 100 %ige Leistung. Die neuen Spieler wirkten verunsichert und Kapitän Evars Klesniks und sein Vertreter Sergio Ruiz Casanova stecken z. Z. offensichtlich noch  in einer Krise. Einzig Joschi Schmidt hat anscheinend das Tief bereits überwunden und auch am Kreis hat der Tusem keine wirklichen Probleme.

Zum vom Trainer geforderten Team- und Kampfgeist fehlt also noch der komplette Teamgeist. Aber ist das ein Grund jetzt durchzudrehen und aufzugeben? Nein!

Klar ist, wir haben derzeit noch keine Mannschaft, die eine geschlossene Leistung bringt und die Punkte für die sicheren Klassenerhalt holt. Wir haben aber eine Mannschaft mit einigem Potential und wenn die neuen Spieler alle richtig „angekommen“ sind und alle ihre Krisen überwunden haben, sollte es auch besser laufen.

Dass es Probleme gerade zu Beginn der Saison über einen längeren Zeitraum geben kann, wird auch unser „Nicht Manager genannt werden wollende“  Stefan Hecker bestätigen können. Selbst in einer solchen Super-Mannschaft wie zum Ende der 80er Jahre gab es Krisenzeiten. Zwar kann ich mich an keine einzige Krise bei Stefan Hecker erinnern aber ein sehr populäres Beispiel ist der heutige Kieler  Trainer Alfred Gislason. Jahrelang war der der absolute Liebling des Essener Publikums und als er dann plötzlich das Tor nicht mehr traf und ein ums andere schlechte Spiel lieferte, bekam er trotzdem die Unterstützung der Fans und somit auch ausreichend Selbstvertrauen, um wieder zu seiner Form zu finden.

Es gilt also nun, Ruhe zu bewahren, der Mannschaft und dem Trainer zu vertrauen und ein klein wenig auch auf die Zukunft und Stefan Hecker zu hoffen. Vielleicht gelingt es ihm ja doch, die Leute, die jetzt noch auf ihrem Geld sitzen, davon zu überzeugen, dass der Spielerkader viel zu klein ist und wir dringend noch Verstärkung brauchen.

Verfasser: B.Holtgreve